IM INTERVIEW: TONLAND

01.11.2020 (Interview: Roman Rischka)

Sucht man in diesen düsteren Tagen nach Mitteln um den eigenen Gemütszustand zu verbessern könnte die Band Tonland durchaus eine Option für viele sein. Das Pop-Duo agiert unter dem Leitsatz: Zwei Menschen, zwei Stimmen, eine Gitarre und viel Gefühl. Die Musik ist echt und handgemacht und bezieht seine Einflüsse aus dem Blues-, Pop-, Soul- und Country Bereich. Die beiden Musiker*innen Isabell und Jörg riefen das Projekt 2018 ins Leben und veröffentlichen am 06.11. ihren neuen Song „Mein größter Sieg“. Das nahmen wir zum Anlass um uns mit den beiden zu unterhalten.

Könntet ihr euch kurz vorstellen für die Leute die euch noch nicht kennen… Wo kommt ihr her und was macht Ihr für Musik?

Isabell: Ich bin die Isabell

Jörg: Ich bin der Jörg

Isabell: … und zusammen sind wir Tonland. Wir kommen aus Lich, also sozusagen aus dem Herzen der Natur, wie es der ein oder andere Biertrinker vielleicht kennt und wir machen Deutschpop. Wir schreiben unsere eigenen Songs. Wir klassifizieren es mal ganz plump als Deutschpop aber es umfasst noch ein bisschen mehr. Viele Genres, weil wir uns eigentlich in kein musikalisches, festes Raster pressen lassen wollen. 

 

Wie habt ihr euch kennengelernt?

Jörg: Wir haben uns über eine andere Formation kennengelernt, wo wir als Trio aufgetreten sind. Das ist knapp viereinhalb Jahre her. Wir haben dort gemerkt wir harmonieren gut zusammen im Songwriting und dann beschlossen erst einmal zu zweit weiterzumachen. 

 

Eure erste Platte / EP „Melodienreich“ war ja komplett auf Deutsch, die neueren Songs sind alle auf Englisch: Wie kam es zu dem Wechsel?

Jörg: Das war sowas wie ein kleiner Ausreißer. Normalerweise ist Tonland wirklich Deutschpop, wie es Isabell auch schon gesagt hat. Wir waren aber letztes Jahr in Nashville gewesen, das war so ein kleiner Traum von uns. Da haben wir gesagt: Wenn wir schon in einem englischsprachigen Land sind, wollen wir auch englischsprachige Lieder machen. Und da haben wir dann 3 Lieder unter dem Titel „Nashville Notes“ aufgenommen. 

 

Ist der Prozess des Songwriting dann ein anderer gewesen, weil ihr vorher ja auf Deutsch geschrieben hattet? 

 

Isabell: Die Frage beantworte ich mal, da ich hauptsächlich die Texte schreibe. Jörg hilft mir immer sehr gut aber wir haben so eine klassische Aufteilung: ich schreibe die Texte, der Jörg macht die Musik. Ich muss ganz ehrlich sagen: Das Songwriting auf Englisch ist ein Ticken leichter. Dann wiederum aber auch nicht, da man sehr schnell in bestimmte Phrasen hineinfällt. Zum Beispiel so was wie: „Baby, take my Breath away“, also ganz bildlich gesprochen. Das kann man im Deutschen nicht, wie ich finde. Das deutsche Songwriting ist, meiner Meinung nach, schwieriger weil man einfach andere Worte finden muss um Dinge schön zu umschreiben. Das fällt mir im Englischen leichter, weshalb der Prozess auch leichter war. Aber wir schreiben und singen eigentlich lieber auf Deutsch.

Jörg: Das war am Anfang auch die Überlegung: In welche Richtung geht man da? Englisch macht es einem wirklich ein bisschen leichter. Im Deutschen muss man sich mehr Mühe geben wenn man ein bisschen anspruchsvoller sein will. Im Englischen verfällt man oft in Plattitüden, die auch abgedroschen sind. Aber trotzdem bauen wir die Englischen Songs auch ein, wenn wir auftreten.

 

Nashville hat ja eine große musikalische Kultur und Historie. Wie habt ihr euch da orientiert bzw. das Studio gefunden in dem ihr aufgenommen habt? 

Jörg: Das war online Recherche, hauptsächlich durch die Isabell… 

Isabell: Ich habe schwer gegooglet und ganz viele Anfragen geschrieben. Auch wenn es nur ein E-Mail Kontakt war, kommt es natürlich auch darauf an wie der Vibe ist. Wie man sich darüber verständigen kann was man möchte. 

Jörg: Platt gesagt geht es natürlich aber auch um die Kosten am Ende des Tages. Es gibt Studios da kann man sehr, sehr viel Geld hinlegen aber es musste auch in unser Budget passen.

 

Isabell: Wir haben das Glück gehabt nach der zehnten E-Mail Anfrage den Sean zu finden. Da waren wir einfach gleich auf einem Level und die Kosten haben auch gepasst. 

 

Jörg: Man kommt da natürlich auch hin und weiß nicht genau was passieren wird. Glücklicherweise hat das alles sehr, sehr gut geklappt. Wir stehen auch jetzt noch in Kontakt. Wir werden demnächst einen neuen Song rausbringen den wir zuhause aufgenommen haben. Wir lassen den aber auch wieder in Nashville mixen und mastern. Der Kontakt steht nach wie vor.     

 

Könntet ihr vllt. ein bisschen über euere Einflüsse erzählen? Ihr habt ja zum Beispiel einen Song von Fleetwood Mac gecovert, sind die z.B. ein musikalischer Einfluß für euch?

Jörg: Es gibt eine Menge Einflüsse. Isabell kommt eher vom R&B, ich bin mehr der Rocker. Trotz allem ist es aber weit gefächert. Bei mir können es Sachen aus den 70ern sein, wie z.B. Led Zeppelin oder Progrock Sachen wie Rush. Trotzdem aber auch poppige und sanfte Sachen… 

 

Isabell: Genau, Pop und R&B…

Jörg: … und das fließt dann alles in unsere Musik ein. 

 

Habt ihr für demnächst was geplant?

Isabell: Ja, unbedingt. Wir bringen am 06.11. unseren neuen Song raus, der Vorverkauf startet am 30.11. Das ist für uns das Highlight Projekt dieses Jahres. Da haben wir auch mit ganz tollen Freunden ein Video in Eigenregie gemacht. Das sind unsere kreativen Köpfe, die haben ein ganz tolles, kleines Team aufgebaut.

Jörg: Mittlerweile hat man so ein kleines Netzwerk aufgebaut. Das sind Leute die das machen was man gerne hätte und wo die Chemie passt. Die Leute muss man auch erst mal finden…

 

Isabell: Und das steht als nächstes an. Da freuen wir uns auch sehr drauf. Es wird auf allen Streaming Plattformen verfügbar sein.

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